Posts Tagged ‘The Cure’

The Cure: Bestival Live 2011

Das erste Livealbum seit 18 Jahren, dazu ein komplettes Konzert, da war die Vorfreude groß. Und von Enttäuschung keine Spur. Der Sound ist durch die Bank gut, jedes Instrument lässt sich gut raushören, man hört die Freude, die Robert Smith bei der Show hatte, an seinem Gesang, und die Songauswahl geht quer durch weit über 30 Jahre The Cure. Manch einer mag Paul Thompson an der Gitarre vermissen, jedoch macht Smith seinen Job als alleiniger Gitarrist ausgesprochen gut, und es gibt nur sehr wenige Stellen, an denen ich eine zweite Gitarre vermisse, wobei „vermisse“ übertrieben ist, die neueren Songs klingen dadurch manchmal etwas straighter, etwas weniger bombastisch.
Im Gegensatz zu vielen Livealben anderer Bands ist The Cure Bestival keine Konzertaufnahme, die doch irgendwie wie das Album klingt, sondern unverkennbar live, jedoch mit sehr gutem Mix und dadurch wunderbar zu hören.
Volle Punktzahl und ich hoffe sehr auf ein baldiges neues (Studio-)Album!

Nachtrag: Sämtliche Verkaufserlöse dieser Veröffentlichung werden an die wohltätige Organisation Isle of Wight Youth Trust gespendet.

Albert Camus: Der Fremde

Albert Camus: Der FremdeEiner meiner Lieblingssongs ist „Killing an Arab“ von The Cure, der ihnen oftmals den Verdacht des Rassismus einbrachte. Die Wahrheit ist aber, dass „Killing an Arab“ auf dem Buch „L’Étranger“, zu deutsch „Der Fremde“ von Albert Camus basiert. Höchste Zeit also, diesen Roman in Augenschein zu nehmen:

Meursalt lebt und arbeitet in Algerien in den 30er Jahren. Emotionen sind ihm fremd, nicht einmal, als seine Mutter stirbt ist er eines Gefühls fähig. Weder Gewalt noch Liebe erreichen ihn, ohne jeglichen Ehrgeiz, ohne Ziele geht er durchs Leben. Als er einen Araber am Strand erschiesst, wird ihm seine für die Gesellschaft unerträgliche Gleichgültigkeit zum Verhängnis, doch ändert das etwas an seiner Gefühlskälte?

Nobelpreisträger Albert Camus erzählt die Geschichte aus der Perspektive Meursalts, unaufgeregt, fast gelangweilt, unerheblich ob es um seine berufliche Laufbahn, um den Tod seiner Mutter oder die Schüsse auf den Araber geht. Das macht Meursalt zu einer authentischen Person, die einen in seine Gleichgültigkeit mit hineinzieht. Erst, wenn man zwischendurch einmal durchatmet, wird man sich seiner erschreckenden Seelenwelt bewusst, und auch der Unfähigkeit der Gesellschaft damit umzugehen, so einen Menschen überhaupt zu realisieren.