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Ferdinand von Schirach: Schuld

Ferdinand von Schirach, mittlerweile einer der bekanntesten deutschen Strafverteidiger, erzählt auch in seinem zweiten Buch von besonderen Fällen, mit denen er in seiner Arbeit konfrontiert wurde. Diese Stories sind schockierend, dramatisch und fesselnd, reichen von traurigen menschlichen Schicksalen bis hin zu thrillerartigen Geschehnissen  und einmal blitzt sogar etwas Ironie zwischen Elend, Verbrechen und Strafen durch. Bei all diesen Geschichten, die der Berliner Anwalt basierend auf wahren Fällen zusammentrug, steht jedoch trotz der relativ sachlichen Erzählweise der Mensch im Vordergrund. Dies gelingt von Schirach in “Schuld” genauso gut wie in seinem Debüt “Verbrechen”.

Dass “Schuld” dennoch nicht an “Verbrechen” heranreicht, liegt an der Auswahl der Fälle. Es scheint, die interessantesten und beeindruckendsten wurden schon im Erstling verarbeitet. Die Messlatte lag aber auch ziemlich hoch, und so ist diese zweite Sammlung von Verbrechen und Schicksalen  ebenfalls sehr lesenswert.

Es tut mir leid!

Frisch umgezogen, die Gelegenheit nutze ich, meine CDs mal wieder neu zu sortieren, was heißt Gelegenheit, da nur noch vier von sieben Regalteilen ihren Platz im Wohnzimmer finden und der Rest ins Schlafzimmer verbannt wird, bleibt mir nichts anderes übrig. Sortieren und vor allem ausmisten … Schliesslich will ich alles, was mir wichtig ist, im Wohnzimmer griffbereit haben. Daß die Scheiben alphabetisch, natürlich nach dem Künstler sortiert werden ist klar, Splitalben nach dem wichtigeren Künstler, The oder Die werden ignoriert, Sampler extra sortiert, Soundtracks extra, Klassik (ja auch die) natürlich ebenso wie Hörbücher. Ok, kennt man aus jedem Laden, sogar Onlineshops sind so sortiert.

Schwieriger wird da das Ausmisten, es sei denn, man macht es sich einfach und sortiert einfach die aus, die man ewig nicht gehört hat. Ja, genialer Plan, zum Scheitern verurteilt, schliesslich besteht die Hälfte der Zeit, die ich zum Aussortieren brauche, im Wiederentdecken alter Schätze, die KEINESFALLS verbannt werden dürfen. Ach ja, und dann sind da noch die CDs, die ich früher ganz toll fand, und unbedingt nochmal hören muss, ob die mir immer noch taugen, die nur aufgrund Vordrängelns anderer, aktuellerer oder einfach nur neu gekaufter Musik verlassen ihr Dasein fristeten. Aha, auch ne ganze Menge, muß ich mal Urlaub für nehmen. Zum Glück gibts noch die Bands, für die man sich fast schämt, die kann ich getrost rausschmeissen. Sogar Alben, die alle ganz toll finden, was ich aber nie verstand, die sozusagen nur für den Fall, dass ich noch Zugang finden könnte, oder ganz banal „weil man sie halt hat“ in meinem Heim landeten, traue ich mich in den Karton fürs Schlafzimmer zu werfen. Soweit komm ich noch klar. Jetzt folgt allerdings ein wahrer Nervenkitzel, der Schritt, sich selbst zum Banausen zu machen: Das Auseinanderreißen der Diskographie EINES Künstlers! Macht ja Sinn, wieviele gibt es, deren Debut grandios war, und in Erwartung ähnlicher Größe kaufte man sich das zweite Werk und siehe da … ganz nett. „Ganz nett“ heißt „wird so gut wie nie gehört“. Bei Platzmangel definitiv eine Möglichkeit zum Platzsparen, „ganz nett“ rauszuwerfen, aber das Herz blutet dabei. Naja, letzten Endes, Künstlern, die ich mag, tu ich das nicht an, kann ich nicht, auch wenn mal eine Flaute dabei ist. Und wer mich noch nicht wirklich gepackt hat, fliegt teilweise raus. Warum nicht ganz? Naja, es soll ja von jedem und allen was dabei sein … so geschafft, Z läßt gerade noch ein paar Plätze für Klassik. Soundtracks und Sampler haben verloren … es tut mir leid.