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Kochbuchtest: Jamies 30 Minuten Menüs – Hähnchen und Tomaten aus dem Ofen

Auf dieses Menü freute ich mich schon lange: Hähnchen und Tomaten aus dem Ofen, dazu zerdrückte Bratkartoffeln und Rahmspinat und zum Nachtisch Erdbeerslush. Klingt lecker und auch nicht arg aufwendig. Die Besorgungen habe ich dieses Mal einfach gehalten und dann eben auch mal getrocknete Kräuter statt frische genommen, aber dafür viel Zeit beim Einkaufen gespart und manche Kräuter schmecken auch fertig gerebelt gut.

Zubereitung:
Gleich vorneweg: Auch die Zubereitung des dritten Menüs beschäftigte mich länger als der gute Jamie Oliver es angibt. Ich hatte mir ja fest vorgenommen, alles vorher zu schneiden, um beim Kochen selbst nicht in Stress zu geraten. Viel gebracht hat das bei diesem Menü allerdings nicht, es waren nur Frühlingszwiebeln zu schneiden und das ist schnell geschehen. Da wir momentan nur zwei funktionierende Kochplatten haben, aber drei bräuchten, habe ich die Kartoffeln dann auch vorab gekocht, was ebenfalls nicht in die stringente Zubereitungsanleitung passt. Abgesehen davon hab ich mich an das Rezept gehalten, was gut und zügig voran ging und nach und nach das Wasser im Mund zusammenlaufen liess.
Bei Minusgraden draussen nimmt man natürlich für den Nachtisch, Erdbeerslush, gefrorene Erdbeeren. Versehentlich hab ich die zu spät aufgetaut, was sich aber als Vorteil entpuppte, da ich somit auf die Eiswürfel verzichten konnte und das Erdbeerslush so schon die richtige Beschaffenheit hatte. Außerdem verzichtete ich auf die Minze, da die beim ersten Menü nicht so gut ankam.

Das Ergebnis:
Optisch ist dieses Menü bislang der absolute Gewinner, die Hähnchenbrust zusammen mit den Tomaten aus dem Ofen sehen einfach klasse aus und die zerdrückten Bratkartoffeln machen einen schon in der Pfanne richtig an. Was die Augen versprachen, konnte auch der Geschmack halten: Alles schmeckte hervorragend! Sogar der Spinat, den ich beinahe durch anderes Gemüse ausgetauscht hätte, da meine Freundin keinen mag. Aber siehe da, sie mochte zum ersten Mal Spinat und holte sich sogar noch einen Nachschlag. Nachschlag hätten wir übrigens gerne auch vom Erdbeerslush gehabt, da muss ich in Zukunft mehr machen. So lecker und so einfach zuzubereiten, klasse!

Fazit:
Der zweite Volltreffer unter Jamies 30 Minuten Menüs nach letzter Woche, als die Hackfleischpfanne an der Reihe war. Und auch die Zubereitung lief sehr gut, obwohl ich zeitlich wieder nicht im Rahmen lag. Befolgt man die Zutatenliste nicht ganz so penibel, hält sich auch die Einkaufszeit in Grenzen, was sicherlich jedem Hobbywochenendkoch entgegen kommt, auch wenn der eine oder andere bei Kräutern aus dem Streuer eine mittelschwere Krise bekommt.

Kochbuchtest: Jamies 30 Minuten Menüs – Hackfleischpfanne

Nachdem ich beim letzten Menü schon gemerkt hab, dass meine Kochgeschwindigkeit ausrüstungs- sowie vor allem (un-)fähigkeitsbedingt nicht zum 30 Minuten Menü taugt, legte ich dieses Mal den Schwerpunkt weniger auf Tempo, was sich sofort in mehr Kochspaß auswirkte. Meine selbstauferlegte Regel, alles was geschnitten werden muß sofort zu schnippeln, wäre bestimmt hilfreich gewesen, hätte ich mich daran gehalten. Hab ich nicht, und so gab es dann doch den ein oder anderen stressigen Moment, allerdings gut verkraftbar. Und eine leckere „Superschnelle Hackfleischpfanne mit Ofenkartoffeln, einem Traum von Salat und weißen Bohnen mit Speck“  entschädigt das allemal.

Zubereitung:
Schon beim Einkauf zeigte sich, dass man mit der “superschnellen” Hackfleischpfanne ein für Jamie Olivers Rezepte relativ einfaches Gericht ausgesucht hatte. Mittlerweile weiß ich, wo ich am ehesten die Kräuter und irgendwelche Besonderheiten bekomme. Dort hätte ich auch alles bekommen, aber da die 30 Minuten Menüs nicht gerade die günstigsten sind, nahm ich mir die Zeit, im Discounter zu holen was es dort gab, um so wenigstens ein bisschen zu sparen. In beiden Läden waren die Zutaten schnell gefunden.
Um Stress vorzubeugen, plante ich dieses Mal großzügig Zeit zum Kochen ein. Wie schon geschrieben, ganz so konsequent, alles vorher zu schneiden, war ich nicht, aber zumindest das Salatwaschen bot sich als allererstes an. Dann ging ich nach Rezept vor. An manchen Stellen wünschte ich mir hierbei genauere Angaben, 4 Scheiben Räucherspeck können unterschiedlich dick sein, ob man den Metzger, den Partner oder sich selbst fragt. Naja, zuviel kanns ja für Bohnen kaum sein, also nicht lange überlegen, sondern loslegen.
Überraschend für mich war, dass Kartoffeln garen in der Mikrowelle wunderbar funktioniert, auch wenn ich nicht weiss, was ich wirklich dadurch spare, wenn die Garzeit 15 Minuten beträgt. In meinem speziellen Fall aber eine super Sache, da wir momentan nur 2 funktionierende Herdplatten haben.
Alles in allem brauchte die Zubereitung wieder weit länger als die angegebenen 30 Minuten, lief aber eigentlich gut und der Geruch nach Speck und Bohnen, Rinderhack und Sellerie machte richtig Appetit.

Das Ergebnis:
Der Salat kam bei uns Erwachsenen gut bis sehr gut an, Avocados hatten bislang noch keinen Weg in unsere Küche gefunden, was sich jetzt sicher ändern wird, auch wenn die Kinder nicht so begeistert waren. Die Ofenkartoffeln kennt man, da gab es auch kein Aha-Erlebnis, braucht man auch nicht, Ofenkartoffeln sind nun einmal lecker und gut. Weiße Bohnen essen wir dagegen auch eher selten. Jamie Olivers Zubereitungsvorschlag war sehr schmackhaft, einziges Manko, die Dinger machen ja so satt. Der richtige Volltreffer war aber die Hackfleischpfanne. Schon der Geruch, der sich aus der Küche leicht in die Wohnung zog, weckte Begeisterung. Diese wurde, als endlich offiziell probiert werden durfte, voll und ganz bestätigt. Sehr lecker!

Fazit:
Abgesehen von meinem Zeitproblem, das ich inzwischen mehr oder minder ignoriere, war dieses Menü gesamt ein Erfolg. Alles schmeckte gut und vor allem das Hauptgericht läßt fast schon wieder das Wasser im Munde zusammenlaufen.
Wer nicht ganz so mächtigen Appetit hat, kann auch die Hackfleischpfanne ohne Beilagen probieren. Nur mit Salat hätte sie uns bestimmt auch schon satt gemacht, vielleicht mit etwas Brot dazu. Bohnen mit Speck sind aber natürlich eine leckere Ergänzung, ebenso die Ofenkartoffeln.

Kochbuchtest: Jamies 30 Minuten Menüs – Hähnchenpastete

Ernüchtert durch Jamie Olivers Anforderungen an die Nutzer seines neuen Kochbuchs startete ich, suboptimal ausgestattet ohne Küchenmaschine und noch nicht einmal in meiner eigenen Küche, dafür mit Gasherd (ein Traum), den ersten Kochversuch. Die Wahl fiel auf Hähnchenpastete mit Erbsen auf französche Art und süßem Möhrengemüse. Zum Nachtisch gab es Beerenpotpourri mit Vanillesahne, in dieser Jahreszeit natürlich mit Tiefkühlbeeren.
Ansonsten versuchte ich mich möglichst an das Rezept zu halten, was auch mehr oder minder klappte.

Die Zubereitung:
Die Rezepte in diesem Kochbuch sind so strukturiert, dass man jeden Schritt vorgeschrieben bekommt. Das ist durchaus sinnvoll, wenn man die Menüs wirklich in 30 Minuten schaffen will: Es darf keine ungenutzte Wartezeit vergehen und jeder Griff muss sitzen. Da mir jedoch die Küchenmaschine fehlte und ich alle Zutaten von Hand schneiden musste, konnte ich mich von der halbstündigen Zubereitung schnell verabschieden. Dem zwar engagierten aber doch eher unroutinierten Koch passieren dann noch ein paar zeitraubende Schnitzer und schon wird aus der halben Stunde das dreifache. Wäre alles halb so wild, hätte man sich nicht die halbe Stunde als Ziel gesetzt und ein paar minderjährige Testesser um sich herum, die nicht nur hungrig sind, sondern dies auch noch dem eh schon gestressten Hobbykoch in fünfminütigen Abständen mitzuteilen pflegten.
Wer allerdings durch tägliches Kochen in seiner Küche routiniert ist, über die entsprechende Ausstattung verfügt, wird sicherlich weit näher an die 30 Minuten kommen, erreicht werden sie allerdings anfangs nur unter Stress, das schreibt selbst Jamie Oliver.

Das Ergebnis:
Optisch sah das Menü am Ende doch gar nicht so schlecht aus, hatte auch abgesehen vom etwas dunkleren Blätterteig auf der Pastete eine unerwartete Ähnlichkeit mit den Bildern im Kochbuch. Auge isst mit, soweit so gut. Ausschlaggeben jedoch ist der Geschmackstest, der hier sehr unterschiedlich ausfiel:
“Sehr lecker” schmeckte allen die Hähnchenpastete mit Champignons und Frühlingszwiebeln, sogar die peniblen Kinder mögen die gerne wieder essen. Auch nach dem abendlichen Aufwärmen kam sie so gut an, dass ich sie bestimmt bald wieder zubereiten werde.
Das Möhrengemüse dagegen waren eben Möhren, schmeckten danach und bedürfen keiner weiteren Erwähnung.
Die Erbsen auf französische Art hingegen kam nicht so gut an: Der Minzegeschmack ist wohl doch zu gewöhnungsbedürftig und selbst mir wollte das nicht so recht schmecken. Auch der unter die Erbsen gemischte Salat fand nur teilweise Zustimmung: Wer den Salat als eigene Beilage serviert, ist auf der sicheren Seite.
Die Nachspeise war wieder lecker, extrem leicht zuzubereiten, nur die Jahreszeit war falsch, Beeren aus der Tiefkühltruhe schmecken nun einmal nicht so gut wie frische. Dennoch eine Nachspeise, die bei uns sicher wieder auf den Tisch kommen wird.

Fazit:
Ohne den auferlegten Stress hätte das Kochen mehr Spaß gemacht, aber mit der Hauptspeise bin ich sehr zufrieden. Ich werde die Hähnchenpastete  in Zukunft jedoch mit einem Salat servieren, das ist in meinen Augen die ideale Kombination, zusätzliche warme Beilagen sind nicht unbedingt nötig.
Das eigentliche Ziel, die 30 Minuten wurden bei weitem nicht erreicht und somit auch nicht die Möglichkeit, abends unter der Woche auf die Schnelle was leckeres zu kochen. Für diesen Zweck ist die Einkaufszeit evt. auch zu hoch, wer keinen entsprechenden Kräutergarten hat, muss dann durchaus schon mal zwei Läden aufsuchen, um alles zu bekommen. Dies ist bei diesem Menü allerdings überschaubar, der Blick auf andere in Jamies neuem Kochbuch läßt aufwendigeres Einkaufen erwarten.

John Robb: Punk Rock

John Robb war selbst mit seiner Band Membranes von Anfang an dabei, als Punk entstand. In PUNK ROCK läßt er Mitglieder der Sex Pistols, von The Damned, The Clash, Siouxsie and The Banshees, The Adverts und vielen anderen Bands der ersten Stunde aus ihrer Sicht erzählen, wie Punkrock in England entstand und sich bis 1984 entwickelte. So bekommt man einen teils sehr persönlichen und auf jeden Fall informativen Abriss von der Geburt des Punk bis hin zur Absplitterung von Oi, Postpunk, New Wave, Gothic, Alternative und was immer seinen Ursprung in den ersten Konzerten der Sex Pistols und von The Clash hatte. Anekdote reiht sich an Anekdote, die Antipathie mancher Bands untereinander unterhält mindestens so gut wie John Lydons alias Johnny Rottens Verachtung nahezu aller Punkbands nach den Pistols. Die Musikindustrie bekommt ebenso ihr Fett ab wie die englische Regierung unter Thatcher.

Die Menge an Interviews vermittelt Authenzität, auch wenn sie sich teilweise widersprechen, da jeder aus seiner Perspektive erzählt und Dinge oft anders erlebt oder zumindest in Erinnerung hat als seine Mitstreiter oder gar andere Bands. Die informativen, zusammenfassenden Texte zu Beginn jedes Kapitels dürften allerdings etwas ausführlicher sein, um Zusammenhänge, die man sich so aus den Interviews zusammenreimen muss, klarer herauszustellen.

Dennoch ist PUNK ROCK eine Pflichtlektüre für alle, die über Punk schimpfen, davon schwärmen, alten Zeiten nachtrauern oder meinen, den einzig wahren Punk darzustellen. Was hierzulande und wahrscheinlich auch weltweit in Sachen Punkrock passiert, hat oft kaum mehr etwas mit dem zu tun, was vor über 30 Jahren in England entstand. Manches war eben nicht so, wie viele heute denken, und vieles wurde von den Punks der ersten Stunde ganz anders gesehen als Legenden glaubhaft machen wollen.

Anmerkung: John Robb ist dem Punkrock treu geblieben und ist seit 1995 Frontmann der Band Goldblade.

Bernd I. Gutberlet: Die 50 größten Lügen und Legenden der Weltgeschichte

Hier wird mit Lügen und Legenden aufgeräumt. Wobei sich Lügen hierbei in erster Linie auf Verschwörungstheorien bezieht, d.h. so mancher Verschwörungstheoretiker wird auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Allerdings heißt das nicht, daß alles aufgeklärt wird. Geben es die tatsächlichen Fakten her, dann schon, andernfalls werden wankende Argumente und „Beweise“ mit dem konfrontiert, was historisch bewiesen oder wahrscheinlich ist.
Der Eindruck, den das Buch durch Cover und Buchrückentext erweckt, wird allerdings nicht gehalten, denn so spektakulär, wie es diese vermuten lassen, ist es nicht. Eher trocken werden Fakten und Behauptungen gegeneinander ausgespielt, trotzdem interessant, wenn man damit leben kann, dass nicht alle Sensationen auch wirklich sensationell sind.
Inwiefern eine Abhandlung mancher Themen auf vier bis fünf Seiten der historischen Geschichte gerecht wird, ist natürlich eine andere Frage, die ich aber nicht beantworten kann. Diese kurzen Kapitel machen das Buch aber zu einer idealen Lektüre nebenbei, um nicht zu sagen Klolektüre.