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Robert Harris: Pompeji

Süditalien, im Sommer des Jahres 79 nach Christus: Der Aquarius Attilius übernimmt die Verantwortung für die Wasserversorgung im Gebiet um Pompeji, da der bisherige Wasserbaumeister spurlos verschwunden ist. Ausgerechnet jetzt versiegt in mehreren Städten das Wasser und politische Techtelmechtel erschweren die Reparaturarbeiten. Während Attilius nach und nach einem Korruptionsskandal auf die Spur kommt und sich nebenbei verliebt, wird sein Leben nicht nur durch skrupellose Geschäftemacher bedroht, sondern auch durch den bevorstehenden Ausbruch des Vesuv.

Ein routinierter und solider Thriller fesselt einen hier von Anfang bis zum Ende und läßt keine Längen aufkommen. Das wäre aber noch nichts wirklich besonderes, viel faszinierender ist allerdings die Verknüpfung antiker Geschichte damit. Nicht nur der Ausbruch des Vesuv und die darauf folgende Panik wird glaubwürdig und spannend geschildert, sondern auch das Leben und teilweise auch die Politik im Römischen Reich des Jahres 79 nach Christus. Mittendrin statt nur dabei könnte man fast schon sagen, so lebendig baut Robert Harris seine Geschichte in die historische Realität ein und umgekehrt. Seien es der Umgang miteinander, mit Sklaven, die generelle Skrupellosigkeit in fast allen Bereichen, die technischen Errungenschaften dieser Zeit, politische Techtelmechtel, Essgewohnheiten oder das Liebesleben der alten Römer, alles wird anschaulich dargestellt und bietet fesselnden Geschichtsunterricht, der Lust auf mehr macht.

Zur besseren Veranschaulichung bietet „Pompeji“ zudem eine Karte der Gegend um den Vesuv zur betreffenden Zeit, allerdings vermisse ich eine kleine Übersicht, welche Personen und Vorkommnisse auf wahren Begebenheiten beruhen. So muss ich eben Wikipedia oder ähnliches bemühen … nicht so schlimm, aber im Buch direkt danach blättern können wäre eine rundere Sache gewesen.

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