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Umberto Eco – Der Friedhof in Prag

Umberto Eco - Der Friedhof in Prag„Der Friedhof in Prag“ ist der zweite Roman nach „Der Name der Rose“, den ich von Umberto Eco gelesen habe. Und ich bin am Ende doch irgendwie begeistert, das Thema ist höchst interessant, und raffiniert baut Eco tatsächliche Aussagen realer Figuren und Geschehnisse um seine fiktive Hauptfigur Simone Simonini. In dieser Konstellation erzählt Eco, wie „Die Protokolle der Weisen von Zion“, das gefälschte Dokument, das Antisemiten bis heute für die Unterstützung ihres Hasses und ihrer Feindseligkeit nutzen, obwohl schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts bewiesen ist, dass sie gefälscht sind, entstanden sein könnte und wie überhaupt geschichtliche Ereignisse aufgrund von gefälschten Briefen, Dokumenten, Papieren so und nicht anders passiert sind.
Einziger Wermutstropfen dieses spannenden Romans, der in Tagebuchform geschrieben ist, ist die Masse an Figuren und an Geschehnissen: Trotz ausführlicher Fussnoten im Anhang ist es sehr schwierig, einen Uberblick zu behalten. Dies ist aber gut zu verkraften, die unglaubliche Dreistigkeit, mit der in „Der Friedhof in Prag“ Geschichte gelenkt und Menschen aus dem Weg geräumt werden, wie Menschen manipuliert werden, teils nur um von aktuellen Problemen abzulenken oder sich Gründe für eine bestimmte Vorgehensweise zu schaffen, ist auch so erschreckend und gleichzeitig fesselnd.

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Oliver Plaschka: Die Magier von Montparnasse

Paris, Montparnasse 1926: Beim letzten einer Reihe von Auftritten des Zauberkünstler Ravi bricht der Magier eine Zaubererregel: Er wendet echte Magie an, um sich und seine Assistentin nach einem gefählichen Malheur zu retten. Die geheime Societe, der Zaubererverband, schickt ihre Vertreter, um den Fall zu untersuchen. In einem kleinen Hotel treffen diese magischen Menschen zusammen und ziehen auch Unwissende und womöglich die ganze Welt in einen Kampf zwischen Traum und Wirklichkeit.

Was eine atemberaubend spannende Geschichte erwarten läßt, überzeugt leider nicht. Wirklich fesselnd wird Die Magier von Montparnasse nämlich erst im Showdown, der 300 Seiten auf sich warten lässt. Bis dahin dümpeln die Geschehnisse so dahin, nicht uninteressant, aber langatmig. Der doch überraschende Schluss, die ständig wechselnden Perspektiven sowie der schöne, kunstvolle Schreibstil von Oliver Plaschka, authentisch zu 1926 und dennoch sehr gut lesbar, retten Die Magier von Montparnasse dann doch noch. Dennoch bleibt ein fader Nachgeschmack sowie das Gefühl, dass hier weniger mehr gewesen wäre.